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Morgenstimmung an der Alster

Über mehrere Monate und bei noch kalten Temperaturen studierte der Kunstkurs der 9b morgens um acht Uhr Hamburger Stadtnatur im ersten Morgenlicht. Wir begannen mit Detailstudien und erarbeiteten uns mehr und mehr Farb- und Lichtsituationen und begleiteten so den aufkommenden Frühling. Die wahrgenommene Atmosphäre verglichen wir mit der eigenen Stimmung und reflektierten später das entstandene Ergebnis. Einige der letzten, fast schon sommerlichen Farbskizzen können jetzt in der Austellung im ersten Stock des Neubaus betrachtet werden.

„Am ersten Tag war es kalt und grau, eher farblos. Daraus habe ich dann was Fröhliches gemacht, weil eine Woche später war es sonnig und schön. Man kann aber durch das Fröhliche noch das Kühle erkennen. Es wirkt so windig, trotz der Sonne. Die Atmosphäre ist sonnig, aber kühl und windig. Das Bild habe ich an zwei ganz verschiedenen Tagen mit verschiedener Stimmung, die ich übereinandergelegt habe, gemalt. Diese traurige Stimmung scheint noch durch. Jetzt sieht man die saftigen Farben des Frühlings.“

„Das Bild strahlt eine nachdenkliche und ruhige Stimmung aus. Im Mittelpunkt steht ein Baum, der ohne Blätter eine Winterzeit symolisiert. Sein langer Schatten stellt eine frühmorgendliche Stimmung dar, durch die leuchtenden Farben und das glitzernde Gras. Das Dunkle steht sehr gut im Kontrast zum hellen Weg. Doch die grünen Weiden am anderen Ufer stellen den Übergang in den Frühling dar.“

„Die Atmosphäre des Bildes zeigt eine eher betrübte, gedrückte und nebelige Stimmung. Durch viele Grautöne und vereinzelt dunklere Akzente wird diese Stimmung deutlich. Das Bild wirkt etwas aufgewühlt und unruhig, wegen den Blättern, die wirken, als ob sie im Wind wehen. Auch die Gräser scheinen sich zu bewegen. Das Wasser und der grau angedeutete Himmel lassen das Bild kühl wirken. Das Bild lässt mich an einen Herbst-Nachmittag denken, was komisch ist, da es im Sommer entstand.”

„Die Kirschblüte mit rosa-weißen Farben strahlen etwas Romantisches aus. Romantik kann auch eine gewisse Unklarheit oder Irrtum mit sich tragen und dies ist auch der Fall in diesem Bild, weil die Striche hier wellenförmig sind. Diese Wellen, keine klaren Striche, untermauern diese gewisse Unklarheit, die man teilweise in der Liebe hat. Dennoch sind in dieser Willkür fröhliche Farben zu finden. Fast alle Farben, außer das Braun der Kirschblüte, strahlen Fröhlichkeit heraus. Vielleicht könnte man jetzt im Nachhinein sagen, dass ich eine Unsicherheit zeigen will mit den Farben in dem Hintergrund, aber das war nicht mit Absicht, bzw. daran dachte ich nicht beim Zeichnen.“

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