Am 14.1.26 eröffnete der Kunstkurs der 9b in der Kirche St. Johannis mit einer Lesung ihre Ausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung. Zu den präsentierten Scherenschnitten liegen in der Kirche die selbst verfassten Texte aus. Die Ausstellung ist noch bis zum 13.2.26 geöffnet.
“Es ist in den Nachkriegsjahren, ein bitterkalter Winter. Doch so langsam macht sich der Frühling breit, die ersten Sonnenstrahlen fallen auf den frostigen Boden. Die Elbe glitzert vor mir. Ich sehe ein kleines Frachtschiff fahren in der Ferne und höre Möwen kreischen. Auf einmal zieht mein ganzes Leben an mir vorrüber, Meine Schulzeit, der Krieg und nun die Gefangenschaft hier in Ostdeutschland. Auf einmal sieht das andere Ufer sehr, sehr verlockend aus. Doch schwimmen? Das habe ich lange nicht mehr. Und auch die Strömungen, eine Todesfalle. Doch manchmal im Leben muss man auch mal riskieren, um zu profitieren…”

“Mein Urgroßvater ist im März 1945 aus Schlesien vor den russischen Truppen geflohen. Seine Familie war in der Landwirtschaft tätig, daher hatten sie noch ein Pferd, das ihnen die Flucht erleichterte. Als sie aber auf der Flucht von Russen angehalten wurden, dachten sie, dass es mit ihnen aus sei. Aber da mein Großvater aus Schlesien ein bisschen Russisch konnte, wurden sie weiter gelassen. Und so kamen sie in Hamburg bei Freunden an.”
