Philosophie

Was ist Philosophie?

Der Begriff Philosophie wurde im antiken Griechenland von PLATON (427-347 v.Chr.) erfunden. Er ist zusammengesetzt aus den beiden griechischen Worten philia (= Neigung, Liebe) und sophia (= Weisheit), so dass Philosophie als Liebe zur Weisheit übersetzt werden kann. Was es mit dieser Liebe zur Weisheit auf sich hat, lässt sich vielleicht am deutlichsten an PLATONS Lehrer SOKRATES (470-399 v.Chr.) zeigen, der als das Musterbeispiel eines Philosophen gilt. SOKRATES spazierte auf den Straßen und Plätzen Athens hin und her, um mit seinen Mit¬bürgern über Politik, Religion, Wissenschaft oder auch über Alltagsprobleme zu diskutieren. Dabei schlüpfte er in die Rolle des Ahnungslosen, der seinen Gesprächspartner um Auskunft bittet, und brachte besonders jene, die sich ihrer Sache ganz besonders sicher waren, durch immer tiefer gehende Fra-gen und Einwände dazu, einzusehen, dass es mit ihrem vermeintlich sicheren Wissen in Wirklichkeit nicht weit her war: Lauter Unklarheiten, Lücken und Widersprüche tun sich in den überlieferten Gesprächen auf.

Das darf man aber nicht missverstehen als eitle Spielerei! Die sokratische Ironie (von griechisch eironeia – die Verstellung) dem Gesprächspartner gegenüber ist für ihn nur das Mittel, mit dem er den anderen „enttäuscht“, ihn aus seiner täuschenden Sicherheit befreit und zur Wahrheit führt!

Auch wenn die Philosophen heute nicht mehr durch die Fußgängerzonen ziehen, um sich Gesprächspartner zu suchen, bleibt doch viel von dem, was über SOKRATES gesagt wurde, weiterhin typisch für philosophisches Denken.

So wie er sich zunächst einmal ganz ahnungslos gestellt hat, beginnt man auch heute noch jede Untersuchung damit, dass man alle Vorurteile, an die man bis dahin geglaubt hat, hinter sich lässt. Idealerweise geht man an die Sachen so heran wie ein Marsmensch, der gerade auf der Erde gelandet ist und sie erkunden will: Neugierig, aber ohne vorgefasste Meinung.

Die Art und Weise, in der Probleme untersucht werden, ähnelt nach wie vor einem Dialog, weil jeder Behauptung immer wieder möglichst alle denkbaren Einwände gegenübergestellt werden, ganz so wie im tatsächlichen Streitgespräch. Dieser Prozess von Rede und Gegenrede dient aber nicht nur dazu, schließlich zu einem bestimmten Ergebnis zu gelangen. Vielmehr ist das Hin und Her der Argumente selbst immer schon ein „Ergebnis“, weil in ihm das Problem, um das es geht, von allen möglichen Seiten beleuchtet wird.

Auch viele der Themen, mit denen sich die Philosophen heute beschäftigen, haben schon SOKRATES beschäftigt:

„Was können wir überhaupt wissen?“
„Gibt es eine Wahrheit – oder gibt es nur verschiedene Meinungen?“
„Was ist Gerechtigkeit?“
„Darf man in bestimmten Situationen lügen?“
„Hat das Leben einen Sinn?“
„Haben wir einen freien Willen?“

Typisch für diese Fragen ist es, dass sie sich nicht mit den gleichen Methoden untersuchen lassen, wie die Fragen anderer Wissenschaften: So können beispielsweise Neurowissenschaftler untersuchen, was sich im Gehirn eines Menschen abspielt, wenn er gerade lügt. Oder Geschichtswissenschaftler können in alten Quellen nachforschen, was zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Völkern zum Thema „Lüge“ gesagt wurde. Biologen können untersuchen, ob auch manche Tiere schon „lügen“ können. Aber all diese Untersuchungen können überhaupt nichts zur Klärung der Frage beitragen, ob und unter welchen Bedingungen es vielleicht „richtig“ und „gut“ sein kann, zu lügen. Das untersucht die Philosophie!

Im Internet gibt es ganz viel Philosophie

Den Weg dahin weisen zum Beispiel diese beiden, sehr umfangreichen und gut sortierten Linksammlungen:

Und hier gibt es viele ganz ausgezeichnete Radio-Vorträge zu allen möglichen Themen der Philosophie:

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