PGW

Der Fall Uli Hoeneß – ein Fall für den PGW-Unterricht

Die Opposition sieht sich wieder einmal bestätigt. Im Bundesrat konnte sie ein Steuerabkommen mit der Schweiz blockieren, auf welches Uli Hoeneß spekuliert hatte. Schließlich musste er einräumen, in der Schweiz Vermögen zu besitzen, das er dem Finanzamt mutmaßlich verschwiegen hatte.  Nun hat er sich selbst angezeigt. Das Steuerabkommen mit der Schweiz hatte der Bundesfinanzminister ausgearbeitet, im Bundestag fand es erwartungsgemäß eine Mehrheit. Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung, Opposition – alle großen Institutionen und ihre Protagonisten sind dabei im politischen Spiel um Macht und Einfluss.

Die Gesellschaft empört? Es geht immerhin um die Steuermoral im Land. Aber wer zahlt schon gern Steuern? Dämpfen sie nicht gerade die wirtschaftlich relevante Eigeninitiative und Motivation, gar die Investitionen? Oder ist es gerecht, hohe Steuern auf hohe Einkommen zu verlangen? Gerade auch dann, wenn der Abstand zwischen „Oben“ und „Unten“ scheinbar immer größer wird. Ist Steuerfluch nicht sogar „asozial“?

PGW – Politik, Gesellschaft und Wirtschaft – die drei großen Themenblöcke ließen sich schon allein mit diesem Fall grundlegend erschließen. Doch reichen sie natürlich noch viel weiter. Sich solche Fälle (Konflikte) systematisch zu erschließen, ein methodisches und inhaltliches Rüstzeug für das große Feld der Politik zu erhalten und letztendlich sich ein eigenes, kritisches und differenziertes Urteil zu bilden, stehen dabei im Mittelpunkt des Faches.

Das Fach PGW wird am Wilhelm-Gymnasium ab Klasse 9 zweistündig unterrichtet und kann in der Oberstufe im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Profils als 6stündiger Kurs auf erhöhtem Niveau belegt werden. Auch im Profil „Leben in Raum und Zeit“ (Physik) ist PGW mit 4 Stunden vertreten. Zudem wird ein zweistündiger Kurs im Wahlpflichtbereich angeboten.
Im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Profils konnten wir in den letzten Jahren eine Vielzahl von Kooperationen an unserer Schule etablieren. Wir arbeiten u.a. mit Unternehmen (z.B. OTTO Group), Medien (Zeitungsprojekt mit der FAZ) und Hochschulen (Bucerius Law School, Uni Hamburg) zusammen, um den Unterricht nach außen zu öffnen. In Simulationen („Schülerlabor“, POLIS) werden überdies reale Zusammenhänge in spielerischen Situationen nachgestellt.